Gedankenkraft im März - Der Sonnengruß Teil 4/12

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Märzenbecher (Leucojum)

Das Frühjahr läutet sich ein. Der frostige braungraue Winterboden wird durch ein Meer an Frühjahrsblühern lichtvoll abgelöst. Die Sonne scheint in wärmenderer Kraft. Den Gärtner lockt es in den Garten. Doch ganz einfach zeigen sich die Wachstumsumstände noch nicht. Der teilweise frostige oder matschige Boden lässt sich nur begrenzt bearbeiten. Auch kühlt unter Umständen über Nacht ein eisiges Zwischenspiel die freudige Frühjahrsstimmung ab. Im Außen beschränkt sich die Arbeit eher auf das Aufräumen, Schneiden und Vorbereiten. Geschützt, im Innenbereich, werden Saaten vorgezogen.

 

Im März beginnt die Blütezeit. So zeigt sich beispielsweise ganz typisch in dieser Periode in bestimmten Regionen das Leucojum vernum, der Märzenbecher. Man schaut diesen Blüher gerne an. Die Zusammensetzungen des deutschen sowie des botanischen Namens hinterlassen ihren Eindruck, ein Gefühl von Frühling:

 

λευκός [leukos], griechisch: Weiß, lichte Farbe
ίον [ion], griechisch: Veilchen, aufgrund des Veilchen-ähnlichen Duftes.

 

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Leucojum-Blüte
Ein Bild von Gsibergerin (von pixabay)
Leucojum am Waldrand

Märzenbecher gedeihen auch in unbequemem Gelände.

Ein Bild von Hans Braxmeier (von pixabay)
Leucojum- Feld im Wald

Leucojum blüht bereits bevor

die kräftigen Baumnachbarn erwachen.


सूर्यनमस्कार

Der Sonnengruß

Der Sonnengruß aus dem Yoga beschreibt in seinen 12 harmonisch miteinander verbundenen Teilübungen

künstlerisch 12 Teilaspekte der lebensnotwendigen und vielerorts verehrten Sonne. Ebenfalls zeigt sich in der Art der Zusammenstellung, in der Komposition  des gesamten Sonnengrußes eine weitere sonnenhafte Qualität.

 

Am leichtesten lässt sich der Sonnengruß in seiner Bedeutung erfassen, setzt man der Sonnenkraft  die schöpferische  Gedankenkraft gleich. Diese ruht als ein tiefes Potential in jedem Menschen.

 

Denkt man gegenwärtig  einen hohen und ehrlichen Gedanken und verfolgt diesen kontinuierlich über einen längeren Zeitraum, will man diesen Gedanken wahr werden lassen, so wird sich dieser einmal realisieren.

 

Der Sonnengruß beschreibt den Weg des rhythmischen Reifens des Gedankens, der Zielsetzung bis hin zur Umsetzung bzw. symbolisch die Erdumlaufzeit der Sonne. Die 12 Teilübungen verbinden sich inhaltlich mit den 12 Monaten. Ein wiederholt gedachter, gefühlter, gewollter Gedanke prägt den Menschen zunehmend. Manche Gedanken, sehr gehobene Gedanken brauchen zuweilen ein volles Jahr bis zum Erzielen einer Erkenntnis, einer Handlung, einer Verwirklichung.

 

 


4. Position


Oṃ bhānave namaḥ

 (klassisches Mantra auf Sanskrit zur vierten Stellung im Sonnengruß, sūrya namaskār)

Das Wort ‘bhānu’ bedeutet 'Licht', das Licht des Tages. Licht steht in der klassischen Symbolik für Weisheit und Erkenntnis. Die Sonne befreit uns von dunklen Schatten.  Sie repräsentiert das Licht.

 

Kriegerischer Zwist, seelische Unordnung verschatten den Geist und wirken zersetzend auf die Individualität. Wer im Licht steht, kann sehen und kann auch die dunklen Seiten anschauen.

 

Erkenntnisbildung und geistige Arbeit führen den Menschen dahin, angemessene Entscheidungen zu treffen. In "bhānu" drückt sich das Handeln aus dem Lichte der Erkenntnis und die dahingehende Aktivität aus. Die Sonne spendet allen Licht und Leben. Ihre aktive gebende umfassende Kraft ist in dem bhānu-Aspekt betont.  Die gesamte Natur ist ein lebendiges Beispiel für das Sinnbild des Sonnengottes, der den Menschen zur Erkenntnis führt.

 

Sanskrit:

 

Om bhānave namaha

(Klassische Übersetzung)

Gruß an Ihn, der Licht verbreitet.

 

भानु bhānu N. m. Schein, Erscheinung, Licht, Strahl, Sonne

 One who illumines, the bright one.

 


"zum Schüler wird"

(deutsches Mantra von Heinz Grill zur 4. Stellung)

 

" Die Stellung wird entgegen der klassischen Form noch weiterentwickelt und zum Halbmond aufgerichtet; Einatmung. Der Monat März. Das Frühjahr des Denkens beginnt."

Ein Bild aus dem Buch: Die Seelendimension des Yoga
Heinz Grill in der Yoga-Position Halbmond

Deutsches Mantra von Heinz Grill:

1 "Aus dem Mutterboden wächst das Selbst"

2 "in sprießender Energie"

3 "wie ein Knabe"

4 "zum Schüler wird"

... Fortsetzung folgt.


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