Gedankenkraft im Dezember - Der Sonnengruß, Teil 1/12

Sonnenaufgang, dawn, Winter
Sonnenaufgang, dawn, Winter

 

 

Dunkel ist die Winterzeit.

Die Erde ruht unter Kälte und Schnee.

 

In der Tiefe aber, das kommende Jahr vorbereitend,

schlummern die Samen und Wurzeln .

 

Auch den Menschen,

dem die Sonne äußerlich deutlich weniger Wärme und Licht spendet,

zieht es nach Innen.

 

Zum Jahresübergang hin, zur Zeit der Rautage, der Weihe-Nächte und Geburt Christi

eröffnet sich eine Wendezeit.

 

In der längsten Nacht des Jahres beginnt die Sonne ihren Aufstieg.

Die Tage werden wieder lichter. Dies betrifft die gesamte Natur.

 

Welche Bedeutung kann dieses kosmische Ereignis für den Menschen annehmen?

 

Der Sonnengruß aus dem Yoga beschreibt in seinen 12 harmonisch miteinander verbundenen Teilübungen

künstlerisch 12 Teilaspekte der lebensnotwendigen und vielerorts verehrten Sonne. Ebenfalls zeigt sich in der Art der Zusammenstellung, in der Komposition  des gesamten Sonnengrußes eine weitere sonnenhafte Qualität.

 

Am leichtesten lässt sich der Sonnengruß in seiner Bedeutung erfassen, setzt man der Sonnenkraft  die schöpferische  Gedankenkraft gleich. Diese ruht als ein tiefes Potential in jedem Menschen.

 

Denkt man gegenwärtig  einen hohen und ehrlichen Gedanken und verfolgt diesen kontinuierlich über einen längeren Zeitraum, will man diesen Gedanken wahr werden lassen, so wird sich dieser einmal realisieren.

 

Der Sonnengruß beschreibt den Weg des rhythmischen Reifens des Gedankens, der Zielsetzung bis hin zur Umsetzung bzw. symbolisch die Erdumlaufzeit der Sonne. Die 12 Teilübungen verbinden sich inhaltlich mit den 12 Monaten. Ein wiederholt gedachter, gefühlter, gewollter Gedanke prägt den Menschen zunehmend. Manche Gedanken, sehr gehobene Gedanken brauchen zuweilen ein volles Jahr bis zum Erzielen einer Erkenntnis, einer Handlung, einer Verwirklichung.

 

Die erste Position enspricht in diesem Zusammenhang dem Monat Dezember, dem tiefen Winter mit den Raunächten, der Zeit des Jahres in dem Gedanken und Ziele für das kommende Jahr gesetzt werden.

 

Nutzen Sie diese besondere Zeit der Raunächte durch Bildung von edlen Gedanken und Zielen, so säen Sie eine gute Vorbereitung für die Verwirklichung im kommenden Jahr.

 

 

 

Anregungen zum Sonnengruß finden Sie in dem Buch:

Heinz Grill: Die Seelendimension des Yoga. Praktische Grundlagen zu einem sprituellem Übungsweg.

 

 

 

 

 

सूर्यनमस्कार

Der Sonnengruß

 


1. Position


Oṃ mitrāya namaḥ

(klassisches Mantra auf Sanskrit zur ersten Stellung im Sonnengruß, sūrya namaskār)

 

 

In jedem Mantra innerhalb des sūrya namaskār wird ein Teilaspekt der Sonne gedacht und gewürdigt.

 

In der ersten Position wird die mitra-Qualität angesprochen. Die Sonne als Freund wird Jaganmitra genannt. In einer klassischen Interpretation zeigt sich ein sonnenhafter Aspekt wie ein treuer Freund, den man vermisst, wenn er nicht da ist und mit dem warme, freudvolle und durchaus auch abenteuerliche Erfahrungen verbunden sind.

 

Ist die Sonnenkraft nicht da, sowohl in der Natur als auch sinnbildlich, beeinträchtigt dies Seele und Körper. Man wird u. U. nervös oder kompensiert mit stimmungsaufhellenden Maßnahmen. Mitunter prägen sich Krankheiten aus und man muss Hilfe bei einem Arzt suchen.

 

Wichtig ist es die Sonnenqualität selbst auszuprägen.

Es ist eine heilsame, warme Qualität. Mit dem Licht der Sonne verschwinden viele Krankheiten. Sie ist wie ein treuer Freund im Universum.

 


"Aus dem Mutterboden wächst das Selbst"

(deutsches Mantra zur 1. Stellung von Heinz Grill)

 

 

 

Ein Gedanke wird gedacht und beginnt seinen Weg von einer zunächst vielleicht noch undifferenzierten Form zu seinem Ziel der Realisierung.