Die Kunst des künstlerischen Schaffensprozesses

Beschreibung einer Möglichkeit zur Entwicklung eines authentischen Ausdrucks

Etwas möchte ein Künstler durch sein Wirken aussagen.

 

Das eigene innere Motiv und die gewählte Grundidee äußern sich in jedem künstlerischen Schaffen. Was möchte sich ausdrücken? Ist der Ausdruck dann letztlich auch gelungen? Welche Qualitäten können noch günstiger ausgeformt werden? Was braucht es noch dazu?

 

Einfache, durchdachte Fragestellungen wie diese hier beispielhaft im Text erwähnt sind, begünstigen einen logischen Ausdruck durch Strukturieren und Konkretisieren der künstlerischen Auseinandersetzung:

 

 

 

Motiv

 

Was ist mein Anliegen? Was möchte ich tun oder ausdrücken?

 

Grundgedanke

 

Welche Idee oder Ideal eignet sich dazu?

 

Empfindungsqualität

 

Welcher Eindruck soll entstehen?

 

Praktikabilität und Ästhetik

 

Welche Mittel setze ich dafür ein oder was braucht es dazu?

Wie kann ein gelungenes abgestimmtes Verhältnis zwischen Inhalt, dem eigenen entwicklungsmäßigem Umsetzungsvermögen, dem äußeren Umfeld sowie der gewünschten Wirkung geschaffen werden? Inwiefern entsteht der gewünschte Eindruck beim Betrachter?

 

Probe - Rückblick und Fortschritt

 

Ist ein authentisch logischer Ausdruck in Bezug zu den vorangegangen Fragestellungen geglückt?

Inwiefern widersprechen sich die Grundvorstellung, das eingesetzte Mittel und die Wirkung im Außen?

Was möchte noch entwickelt werden?

Ist etwas Neues entstanden?

Ist das Projekt bereits abgeschlossen?

Was möchte noch verändert werden, um die Idee zu einem ersten ausdrucksmäßigem Abschluss zu bringen?

 

 

 

Die genannten Fragen sind miteinander verwoben. Innerhalb des Dialoges zwischen Kunst und Kunstschaffenden verändert sich zuweilen ihre Chronologie. Manche Gebiete müssen vielleicht öfter hinterfragt werden als andere. Im Hinblick auf einen authentischen Ausdruck, ist es jedoch bedeutsam, den Grundgedanken bzw. die Grundempfindung in einer freien Aufmerksamkeit zu bewahren und den künstlerischen Ausdruck, aus der Vorstellung heraus kommen zu lassen. Im Prozess eines eifrigen oder auch eines eher kontemplierenden Kreierens lässt es sich mitunter sehr schnell in eine Subjektivität bspw. zu losen Assoziationsketten oder zu fixierten Intellektualismen abgleiten. Der Ausdruck der zu Grunde gelegten Vorstellung wird verfälscht. Eine individualisierte künstlerische Ausprägung bedarf der Wahrnehmung einer konkreten Idee sowie eines Wissens um die Wirkung der eingesetzten technischen Mittel auf den Rezipierenden.

 

So zeigt sich schon der künstlerische Prozess selbst als eine wahre Kunst.

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